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Modernisierung und Zukunftsperspektiven von IBM i (AS/400) Systemen

IBM i (ehemals AS/400) ist seit Jahrzehnten ein bewährtes und zuverlässiges System, das in zahlreichen Unternehmen weltweit für geschäftskritische Anwendungen eingesetzt wird. Trotz seiner Stabilität stehen Unternehmen heute vor der Herausforderung, diese Plattform an moderne IT-Anforderungen anzupassen.

Der Fachkräftemangel, veraltete Benutzeroberflächen und fehlende Integrationsmöglichkeiten mit neuen Technologien machen eine Modernisierung unausweichlich. Ziel ist es, IBM i Systeme so zu optimieren, dass sie weiterhin eine zentrale Rolle in der IT-Strategie von Unternehmen spielen und gleichzeitig moderne Anforderungen erfüllen.

IBM i – Eine bewährte, aber überalterte Plattform

Die IBM i Plattform wurde ursprünglich als AS/400 entwickelt und ist für ihre hohe Stabilität, Skalierbarkeit und Sicherheit bekannt. Viele Unternehmen setzen weiterhin auf diese Plattform, da sie zuverlässig und leistungsfähig ist. Sie dient als zentrale Infrastruktur für ERP-Systeme, Datenbanken und Unternehmensanwendungen. Dennoch gibt es Herausforderungen, die nicht ignoriert werden können.

Zum einen hat sich die technologische Landschaft erheblich verändert. Moderne IT-Systeme setzen verstärkt auf Web-Technologien, API-gestützte Kommunikation und Cloud-Computing, während viele IBM i Anwendungen noch in RPG oder COBOL programmiert sind. Zum anderen macht sich ein deutlicher Fachkräftemangel bemerkbar: Viele der ursprünglichen Entwickler gehen in den Ruhestand, während jüngere IT-Fachkräfte selten mit IBM i Erfahrung ausgebildet werden. Dies führt dazu, dass Unternehmen Schwierigkeiten haben, ihre bestehenden Systeme langfristig zu warten und weiterzuentwickeln.

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass 36 % der Unternehmen eine Migration planen, da IBM i als veraltet betrachtet oder nicht ausreichend verstanden wird. 12 % erwägen einen Wechsel zu einem noch nicht festgelegten Zeitpunkt, während weitere 11 % sich in der Diskussion befinden. Dennoch bleibt IBM i für viele Unternehmen eine unverzichtbare Technologie: 49 % der Befragten möchten nicht migrieren und weiterhin auf IBM Power setzen.

Die Notwendigkeit der Modernisierung

Unternehmen, die weiterhin auf IBM i setzen, stehen vor einer zentralen Entscheidung: Entweder das bestehende System modernisieren oder eine vollständige Migration auf eine alternative Plattform durchführen. Die Notwendigkeit der Modernisierung ergibt sich aus mehreren Faktoren:

  • Sicherheitsrisiken: Ältere IBM i Systeme sind oft nicht mit den neuesten Sicherheitsstandards kompatibel, was Unternehmen anfällig für Cyberangriffe macht.

  • Abhängigkeit von Legacy-Technologien: Viele bestehende Anwendungen sind nicht mit modernen Schnittstellen oder Cloud-Lösungen kompatibel.
  • Fehlende Fachkräfte: Ohne Modernisierung wird es zunehmend schwieriger, qualifiziertes Personal zu finden, das die Systeme warten und weiterentwickeln kann.

  • Wettbewerbsfähigkeit: Unternehmen müssen schneller auf Marktveränderungen reagieren können, was mit unflexiblen Altsystemen oft nicht möglich ist.

Gleichzeitig bleibt IBM i eine Plattform mit vielen Nutzungsmöglichkeiten: 68 % der Unternehmen setzen sie für die Entwicklung ein, 57 % für Fehlerbehebungen. Zudem nutzen ein Drittel der Verantwortlichen IBM i für moderne Web-, Mobile- oder Tablet-Anwendungen sowie für Web-Service-API-Integrationen. Dies zeigt, dass IBM i weiterhin eine tragende Rolle für innovative Technologien spielen kann.

Strategien und Ansätze zur IBM i Modernisierung

Ein erfolgreicher Modernisierungsprozess beginnt mit einer umfassenden Analyse der bestehenden Infrastruktur. Unternehmen sollten ihre IBM i Landschaft hinsichtlich technischer Schulden, Performance, Sicherheit und Integrationsmöglichkeiten bewerten. Basierend auf dieser Analyse können verschiedene Modernisierungsstrategien umgesetzt werden:

  • Bestandsaufnahme und Analyse: Eine detaillierte Evaluierung der bestehenden Anwendungen und Prozesse, um Optimierungspotenziale zu identifizieren.

  • Modularisierung und API-Integration: Einführung moderner Schnittstellen, um IBM i Anwendungen mit webbasierten und cloudbasierten Lösungen zu verknüpfen. Dies ermöglicht eine bessere Interoperabilität mit modernen IT-Umgebungen.

  • Modernisierung der Benutzeroberflächen: Viele IBM i Anwendungen verfügen noch über textbasierte Oberflächen. Eine Umstellung auf moderne, webbasierte Interfaces verbessert die Benutzerfreundlichkeit und reduziert Schulungsaufwand.
  • Cloud- und Hybrid-Lösungen: Die Verlagerung von IBM i Workloads in eine Private oder Hybrid-Cloud kann die Skalierbarkeit und Flexibilität erhöhen. Unternehmen profitieren zudem von höherer Ausfallsicherheit und optimierter Ressourcennutzung. Während einige Unternehmen auf große Hyperscaler setzen, wächst das Interesse an europäischen Alternativen mit hoher Datensouveränität.

  • Optimierung der Entwicklungsumgebung: Durch den Einsatz moderner Entwicklungsumgebungen und Programmiersprachen wie Java, Python oder Node.js wird die Wartung und Weiterentwicklung bestehender Anwendungen erleichtert.

  • Automatisierung und KI-Integration: Durch den Einsatz von Automatisierungstools und künstlicher Intelligenz lassen sich Prozesse effizienter gestalten, Fehler schneller identifizieren und Abläufe optimieren.

Vorteile einer zukunftsorientierten IBM i Modernisierung

Die Modernisierung von IBM i Systemen bringt zahlreiche Vorteile mit sich:

  • Höhere Effizienz: Durch die Integration neuer Technologien und Automatisierungsmöglichkeiten können Geschäftsprozesse beschleunigt und optimiert werden.

  • Skalierbarkeit und Flexibilität: Unternehmen sind besser in der Lage, sich an Marktveränderungen anzupassen, indem sie ihre IT-Infrastruktur modular erweitern oder anpassen.
  • Verbesserte Benutzerfreundlichkeit: Moderne Web- und Cloud-Technologien sorgen für eine intuitivere Bedienung und eine geringere Einarbeitungszeit für neue Mitarbeiter.

  • Gewinnung neuer Fachkräfte: Eine modernisierte IT-Umgebung macht das Unternehmen attraktiver für junge Entwickler und IT-Experten, die mit aktuellen Technologien arbeiten möchten.

  • Erhöhte Sicherheit: Durch regelmäßige Updates und Integration aktueller Sicherheitsstandards wird die IBM i Plattform widerstandsfähiger gegen Cyberbedrohungen.

Fazit

IBM i bleibt eine leistungsfähige Plattform, deren Modernisierung jedoch unerlässlich ist, um den heutigen und zukünftigen Anforderungen gerecht zu werden. Unternehmen müssen aktiv werden, um ihre Systeme zukunftssicher zu gestalten und weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben.

Die richtige Strategie zur Modernisierung hängt von individuellen Anforderungen und Geschäftsprozessen ab. Eine Kombination aus API-Integration, Cloud-Anbindung, Automatisierung und Benutzerfreundlichkeit stellt sicher, dass IBM i auch in den kommenden Jahren eine tragende Rolle in der IT-Infrastruktur von Unternehmen spielen kann. Managed Services und externe IT-Partner können dabei helfen, den Transformationsprozess effizient und nachhaltig zu gestalten.